Gedanken über die Arbeit des Kirchengemeinderates

Warum soll ich überhaupt in den Kirchengemeinderat?

Wer soll die Arbeit erledigen? Der Staat, private Anbieter oder die Kirche?

Oder soll ich es frei nach Kennedy sagen: „Frag nicht was der Staat für die Kirche tun kann, sondern frag, was die Kirche für den Staat tun kann.“

Man kann sich auch die Frage stellen: Wie kann man die gute Botschaft des Evangeliums so weitergeben, dass sie nicht verloren geht?

Überall fehlt es an Geld, auch in der Kirche. Überall werden Sparprogramme gefahren, sogar manchmal als Reform getarnt. Man besinnt sich auf die „Kernaufgaben“ und stößt ab, was (vermeintlich?) nicht dazu gehört.

Und hier fängt die wichtige Aufgabe des Kirchengemeinderates an!

Wir sorgen dafür, dass nicht alles abgestoßen und aufgegeben wird.

Wir sorgen dafür, dass die Alten und Kranken nicht vergessen werden.

Wir sorgen dafür, dass die Jugend, auch außerhalb der Familie, ein Zuhause hat.

Wir sorgen dafür, dass die Traditionen nicht gänzlich verloren gehen.

Wir sorgen dafür, dass der Mittelpunkt des Dorfes, nämlich unsere Kirche, ein würdiger Mittelpunkt und ein Ort der Besinnung bleibt.

Wir sorgen dafür, dass das Leben im Dorf lebenswert bleibt.

Wir sorgen dafür, dass der Glaube nicht verloren geht.

Liest man biblische Texte und nimmt sie dann auch noch ernst, so sind sie doch weniger salbungsvolle Poesie als vielmehr eine soziale Beauftragung. Sie sind ein Marschbefehl für die Nächstenliebe.

Den christlichen Glauben können die Menschen nicht nur alleine leben. Um ihn zu bekennen und zu festigen, benötigen sie, wenn auch nicht immer, die Gemeinschaft.

Für diese Gemeinschaft, für diese Aufgaben und für diesen Marschbefehl zeichnet sich der Kirchengemeinderat mitverantwortlich und sieht darin seinen Auftrag.

Viele Kirchengemeinderatsmitglieder haben in den vergangenen Jahrzehnten in diesem Geist gewirkt und gearbeitet. Nicht im Auftrag eines Arbeitgebers, sondern im Auftrag eines christlichen Geistes, der christlichen Liebe.

Deus caritas est. Gott ist Liebe.

Jedes einzelne Mitglied im Kirchengemeinderat gestaltet und formt mit seinen Ideen die Gemeindearbeit.

Jedes Mitglied ist eingebunden in Entscheidungsprozesse, die Glaubensfragen ebenso betreffen können wie auch Renovierung von Räumlichkeiten und Gebäuden.

Jedes Kirchengemeinderatsmitglied ist hierbei wichtig.

Jedes hat Stärken und Schwächen.

Jedes kann seine Stärken einbringen und hierbei Schwerpunkte in Bereiche setzen, die Ihm persönlich wichtig sind.

Jedes Mitglied begegnet interessanten Menschen und sammelt dabei Erfahrungen, die sie fürs Leben prägen und stärken.

In den letzten fünf Jahren der Kirchengemeinderatsarbeit in Mühlhausen durften wir wichtige Schwerpunkte setzten und konnten uns in verschiedenen Projekten einbringen und dafür einsetzen. Nachfolgend sind nur ein paar Projekte genannt:

  • Unsere Kapelle St. Agatha und Nikolaus in Hummertsried wurde von außen saniert, das Geläut instandgesetzt und das Harmonium überholt. 
  • Unsere Kirche St.Ottilia wurde ebenfalls von außen saniert, die Orgel generalüberholt, das Geläut instandgesetzt und eine neue Lautsprecheranlage angeschafft.
  • Durch eine 72Stunden Aktion wurde der alte Friedhof von der KLJB Mühlhausen wieder, in beeindruckender Art und Weise, zu einer Oase der Ruhe verwandelt.
  • Das Papamobil war am 15.06.2017 in Mühlhausen unterwegs. Pfr. i.R. Xavier Nochiveettil konnte aufgrund seines Alters die Prozession nicht mehr zu Fuß durchführen.
  • Das Gemeindehaus bekam innen einen neuen Anstrich und die Wände zeitgleich einen Anstoßschutz. Auch musste eine neue Spülmaschine angeschafft werden.
  • Viele neue Helfer, wie Blumenfrauen, Messner, Reinigungskraft mussten gesucht, gefunden und eingewiesen werden.
  • An Christi Himmelfahrt wurde eine Prozession für und mit der gesamten Seelsorgeeinheit organisiert und jedes Jahr abgehalten.
  • Jedes Jahr wird ein Ausflug, für die jüngeren in den Skyline Park sowie eine Busfahrt für die älteren Bürger, geplant und durchgeführt.
  • Geburtstagsbesuche unserer betagten Gemeindemitglieder stehen auf dem Jahresprogramm.
  • Der „Nachmittag in Gemeinschaft“, für unsere älteren Bürger, wird geplant und mit viel Freude abgehalten.
  • Auch müssen die ganzen Gottesdienste und Anbetungen vorbereitet, geplant und durchgeführt werden.
  • Nicht vergessen werden darf die Jungendarbeit in Mühlhausen die von uns Begleitet wird.

Der Holländer Jaap van Sar schreibt über die Arbeit des Kirchengemeinderates: „Schlussendlich ging es nicht um Arbeitsstunden oder um Geld, sondern um das Engagement der Menschen in ihrem Lebensumfeld. Ihr Einsatz kommt aus dem Herzen.“

Das Ehrenamt kann hin und wieder sehr belastend sein, aber für den Staat, für die Gemeinde ist es ein großer Gewinn. Und für uns selber? Eine Bereicherung, ein Glücksgefühl, eine Genugtuung und vielleicht ein bisschen Stolz. Aber auf jeden Fall ein echt tolles Gefühl.

Wir als Kirchengemeinderat möchten uns bei allen Bürgern und Bürgerinnen für das uns entgegengebrachte Vertrauen bedanken.

Wir bedanken uns besonders dafür, dass wir miterleben durften, wie Bürger der Gemeinde Hummertsried und Mühlhausen gemeinsam für ihre Kirche da waren. Sie haben gemeinsam für ihre Kirche gearbeitet und Ideen mit uns verwirklicht.

Egal ob Sie katholisch oder evangelisch waren, sie standen bereit. Es war hierbei egal, ob Sie die Gottesdienste besuchten oder auch nicht.  Sie waren da, wo wir Sie gebraucht haben und Sie waren als Gemeinschaft zur Stelle und halfen, als die vielen Projekte wie z.B.  die Sanierung unserer Ortsmittelpunkte in Hummertsried und Mühlhausen stemmten oder auch ein „Papamobil“ brauchten.

Diese Gemeinschaft mitzuerleben, eine Gemeinschaft des Zusammenhaltens und das Füreinander da zu sein, war schon eine großartige und beeindruckende Sache.

Dieses Gefühl, etwas gemeinsam neu zu gestalten, etwas Neues erreicht zu haben und dabei in stolze und frohe Gesichter zu schauen, war schon etwas Überwältigendes und Unvergessliches.

 

Vielen Dank und ein herzliches Vergelt´s Gott an ALLE

Toll das es euch gibt

 

Ihr Kirchengemeinderat Mühlhausen

Kirchengemeinderat im Jahr 2019