10 Jahre Kirchengemeinderat St. Ottilia Mühlhausen

Ein Rückblick auf ein Jahrzehnt des Engagements und der Gemeinschaft

Ecclesia semper reformanda – Auf Deutsch: Eine Gemeinde muss immer wieder erneuert werden.
Warum? Ist doch klar: Nichts bleibt so, wie es ist. Andauernd verändert sich alles. Man muss selber nur mal in den Spiegel schauen und ein Foto von früher danebenhalten – upps...

Zehn Jahre in ein paar Sätze zu fassen ist eigentlich nicht möglich. Zu viele Emotionen verbinden wir mit diesen 10 Jahren, zu viele Probleme und vor allem zu viele schöne Momente und Erinnerungen.

Wie kommt man zu einem solchen Amt? Das ist gar nicht schwer. Man wird in einem schwachen Moment von einem Kirchengemeinderatsmitglied gefragt. In der ersten Sitzung wird der Vorsitzende gewählt. Hier ist es wie überall, jeder reißt sich um das Amt und plötzlich hast du es selber inne.

Was ist in den letzten 10 Jahren alles in der Kirchengemeinde passiert?

Alles aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Aber ein paar Ereignisse kann man schon benennen. Die ersten 5 Jahre wurden beispielsweise die Kapelle in Hummertsried außen saniert, das dortige Harmonium und die Orgel in Mühlhausen generalüberholt. Es wurde ein neuer Schriftenstand gebaut und die Kirche von außen saniert. Ebenfalls wurde der Friedhof umgebaut, das Gemeindehaus innen gestrichen und Stoßschutz an den Wänden befestigt. Ein jährlich wiederkehrender Seniorenausflug wurde eingeführt und es gab eine Prozession mit dem „Papamobil“.

Auch die zweiten 5 Jahre können sich sehen lassen. Hier wurde die Kirche komplett innen saniert und das Gemeindehaus außen gestrichen. Die Gottesdienste in der Coronazeit und die 300-Jahr-Feier wurden organisiert. Auch darf man die neue Homepage hierbei nicht vergessen.

Was waren die schönsten Erfahrungen in den letzten 10 Jahren?

Viele schöne Gedanken und Erinnerungen habe ich an die letzten 10 Jahre. Besonders hervorheben würde ich drei Ereignisse:

  1. Die Zusammenarbeit mit den Bürgern von Mühlhausen.
    Das war eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Egal welche Sanierungsmaßnahmen wir durchgeführt hatten, sobald man „Manpower“ benötigte, waren die Mühlhauser da. Man konnte Evangelische, Rentner, Jugendliche, auch Leute, die ich noch nie beim Gottesdienst sah, auf den Baustellen beobachten. Auf den Baustellen herrschten immer viel Harmonie und Freude. Jeder erkannte, dass es sich hierbei um ein Projekt für die Bürger von Mühlhausen handelte, um ein Objekt, das unsere Vorfahren mit viel Schweiß erbaut und zu erhalten versucht haben. Hier ging es um das Ortsbild und um Objekte, die zu Mühlhausen gehören.
  2. Die Sanierung des Friedhofes.
    Eine Landjugend, welche ein solches Projekt stemmt und mit Überzeugung hinter diesem Projekt steht, war für mich das schönste Erlebnis. Hier wurde Kameradschaft gelebt, hier wurde Dorfgemeinschaft zelebriert. Für mich war es das Ereignis schlechthin. Eine Landjugend, die die Wichtigkeit für ein solches Projekt erkannte und vor allem auch hinter dem Projekt stand.
  3. Weihnachten in der Coronazeit.
    Ein Erlebnis, eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Wir hatten ein riesiges Problem im Kirchengemeinderat: Wo können wir unsere Weihnachtsgottesdienste corona-gerecht durchführen? Wir mussten nur einmal fragen, und es war für die Firma Ott eine Selbstverständlichkeit, ihren Verkaufsraum auszuräumen und diesen für unsere drei Weihnachtsgottesdienste zur Verfügung zu stellen.

Diese Erfahrung, dieses Erlebnis, wie Bürger einer Gemeinde so zusammenhalten, muss man erlebt haben. Dieses Erlebnis möchte ich nicht missen, es stärkt den Glauben daran, dass das Gute, die Hilfsbereitschaft und die Menschlichkeit noch nicht verloren sind.

Was könnte in der Zukunft besser funktionieren?

Erschreckend war die Erkenntnis, dass selbst in der Verwaltung der Kirche die Bürokratie Einzug gehalten hat. Hierdurch wurden Ideen von ehrenamtlichen Kirchengemeinderäten ausgebremst und die Verwirklichung von Projekten extrem erschwert.

Vielleicht wird in Zukunft auch das Verständnis, das Verhältnis zwischen bürgerlicher Gemeinde und kirchlicher Gemeinde, untereinander verändern. In der Vergangenheit hatte man das Gefühl, dass zwei Fußballmannschaften gegeneinander spielen und jeder nur gewinnen möchte. Der Blick für das Gesamte, für die Gemeinde, der Blick für das Wesentliche ging hierbei des Öfteren verloren.

Ein Dankeschön zum Schluss!

Wem sagt man Dankeschön? Jeder hat seine Aufgaben erfüllt und sich für die Allgemeinheit eingebracht. Vergisst man hierbei jemanden, ist dieser womöglich beleidigt.

Trotzdem ist es mir ein Anliegen, ein dickes Dankeschön dem Kirchengemeinderat für die tolle Zusammenarbeit und das Vertrauen in den letzten 10 Jahren auszusprechen. Jeden einzelnen hierbei zu erwähnen, sprengt den Rahmen. Aber drei Personen möchte ich hier, in Vertretung für das gesamte Gremium, trotzdem kurz hervorheben:

  • Thomas und Robert, unser „Bau“-Team, welches immer im Hintergrund aktiv unterwegs ist. Ohne unsere beiden Handwerker würden unsere Gebäude nicht in diesem Zustand dastehen und funktionieren. Wenn irgendetwas defekt ist und repariert werden muss, sind Thomas und Robert nicht weit und erledigen es ohne Umschweife, sofort. Ohne unsere Handwerker, Thomas und Robert, wäre das eine oder andere Projekt so nicht zustande gekommen.
  • Monika ist der liturgische und soziale Engel in unserer Gemeinde, in unserem Gremium. An allen liturgischen und sozialen Projekten war Monika maßgeblich beteiligt. Ohne Monika wäre in den letzten 10 Jahren nicht annähernd diese Anzahl an Projekten verwirklicht worden. Hätte die Kirche eine Ehrennadel zu vergeben, ich wüsste, wer sie von mir bekommen würde und wer sie, ohne Wenn und Aber, verdient hätte. Ich möchte mich bei Monika für ihr Engagement für die Gemeinde bedanken.

Insgesamt war es ein tolles und, ich glaube, ein erfolgreiches Zusammenarbeiten mit dem gesamten Kirchengemeinderat.

Wünsche für die Zukunft

Das Leben und auch das Gemeindeleben sind geprägt durch Veränderungen. Gerade deswegen machen wir uns viele Gedanken über das, was kommen mag. Für die einen ist die beste Vorbereitung auf die Zukunft, Pläne zu schmieden und so das zukünftige Gemeindeleben zu bestimmen und zu gestalten. Andere lassen sich treiben und haben ein Grundvertrauen in das Schicksal.

Gerade wenn eine neue Wahlperiode bevorsteht, wünscht man viel Glück und alles Gute für die Zukunft. Wer die Zukunft gestalten will, muss mutig sein. Hierbei helfen Erfahrungen aus der Vergangenheit, die richtigen Entscheidungen für den neuen Weg zu treffen.

Darum nehmt Euch zu Herzen was der Schriftsteller Mark Twain einmal sagte:
„Natürlich interessiert mich die Zukunft. Ich will schließlich den Rest meines Lebens darin verbringen.“