Sanierung alter Friedhof

Am 01.Mai 1973 wurde die Trägerschaft des alten Friedhofes an die Gemeinde Eberhardzell übergeben.

Im Jahr 2020 läuft nun die letzte Grabesruhe auf dem alten Friedhof aus. Die Trägerschaft geht dann wieder auf die Kirchengemeinde Mühlhausen zurück.

Was soll nun mit unserem alten Friedhof geschehen?

Der Kirchengemeinderat diskutierte schon seit 2015 immer wieder darüber, wie wir uns eine Neugestaltung des alten Friedhofes vorstellen könnten. Für uns war von vornherein wichtig, dass ein Friedhof immer ein Ort der Stille, der Trauer und der Erinnerung sein muss.

Doch was ist der Würde des Ortes angemessen? Wie sollen wir respektvoll damit umgehen?

Seit alters her war für die Gemeinde der Platz um die Kirche immer ein Ort der Stille und der Ruhe. Ein Platz, um seine Gedanken einmal los zu lassen oder ein Platz, um einmal abschalten zu können.

Da die Kirche weithin sichtbar ist, wird dieser Platz auch als Treffpunkt genutzt.

Der Ort vor der Kirche ist ein Aushängeschild und dadurch der Stolz einer Ortschaft.  Er ist einfach gesagt die „gute Stube“ oder das „pulsierende Herz“ des Ortes.

Eine Neugestaltung des alten Friedhofes gestaltet sich als eine große Aufgabe, die wohl überlegt und geplant sein muss.

Was ist uns wichtig, wie soll der Friedhof umgestaltet werden?

Eine Sternenkinder Gedenkstätte

Leider endet nicht jede Schwangerschaft mit der Geburt eines gesunden Kindes. Sterben Kinder vor oder kurz nach der Geburt, werden sie als Sternenkindern bezeichnet.

Im Wort „Sternenkinder“ liegt die Idee dahinter, die Kinder zu benennen, die „den Himmel“ (poetisch: die Sterne) „erreicht haben, noch bevor sie das Licht der Welt erblicken durften“.

Für die Sternenkinder hat die Kirche den 15.Oktober als Gedenktag eingeführt.

Wir wollen einen Ort schaffen an denen die Eltern um ihr „Sternenkind“ trauern können.

Selbst wenn sie ihr Kind nicht mehr bestatten konnten, haben sie hier einen Ort, an dem Sie sich zurückziehen können, wo sie den Raum für sich finden und ihrem Kind nahe sein können.

Kirchen sind Orte der Einkehr, Ruhe und Meditation

Wer sehnt sich manchmal nicht danach – nach einer Oase der Ruhe?

In den Kirchen und um ihnen herum kann man in eine Oase der Ruhe abtauchen und dort den Lärm der Welt aussperren und vergessen.

Genau wie eine Oase in der Wüste für die Reisenden ein Ort ist, der Wasser und Schatten spendet, so soll eine Oase der Ruhe jedem neue Kraft und Energie schenken.

Je größer der Stress, desto mehr ist das Verlangen nach einer solchen Oase der Ruhe.

Wir wollen Bänke aufstellen und den einen oder anderen Baum pflanzen, um so für Besucher, Durchreisende und Suchende einen kleinen Platz der Ruhe zu schaffen.

Es soll nicht vergessen werden das hier einmal ein Friedhof war

Den einen oder anderen alten Grabstein möchten wir wieder einbauen bzw. aufstellen. Diese Steine sollen uns immer daran erinnern, dass hier einmal ein Friedhof war. Diese Steine sollen den Charakter und die Erinnerung an dem einstigen „Gottesacker“, den Friedhof der Kirchengemeinde Mühlhausen erhalten. Sie sollen uns daran erinnern, diesen Ort mit Respekt, Würde und Achtung zu besuchen.

Auch etwas Praktisches soll geschaffen werden

Zum Schmücken der Kirche wird über das ganze Jahr eine große Anzahl an Blumen und Pflanzen benötigt. Ein schöner Blumengarten vor den Häusern im Dorf erfreut doch jeden Spaziergänger. Ein schöner Blumengarten vor der Kirche soll ebenfalls die Besucher erfreuen, aber gleichzeitig soll er auch noch einen praktischen Nutzen haben. Denn hier können Blumen für unseren kirchlichen Blumenschmuck genutzt werden.

Einen Ort gestalten

Uns ist klar, dass wir hier ein großes Projekt angehen werden. Man wollte es sich nicht einfach machen und es wurde mit viel Herzblut geplant. Wir wollten für die Zukunft planen.

Die Grundidee, einen alten Friedhof noch weiterhin als einen Ort des Nachdenkens und des Erinnerns zu erhalten, muss für uns auf jeden Fall erhalten bleiben. Gleichzeitig mussten wir an die Zukunft denken und auch Überlegungen wie z.B.

  • kann der Friedhof vielleicht doch noch einmal als Urnengrab oder Rasengrab genutzt werden,
  • wie ist die Pflege der Anlage mit einfachen Mittel auch in der Zukunft noch machbar,
  • usw.

mit einfließen lassen. Der Grundgedanke stand aber immer im Vordergrund und sollte auch so erhalten bleiben.

Wir wollen einen Ort gestalten, der es würdig ist, als „Ruhepol“, als „Ortsmittelpunkt“, als „Treffpunkt“, als „Inspiration“, als „Erinnerungsstätte“ oder einfach als unsere

Kirche St. Ottilia bezeichnet wird.