Pfarrkirche St. Ottilia

Die Pfarrkirche St. Ottilia war eine Filiale der dem Kloster Rot gehörigen Pfarrkirche Haisterkirch.

1493 wurde unter Truchseß Johannes dem Jüngeren eine Kaplanei errichtet, wozu der Abt Heinrich von Rot und P. Johannes Schlegel, Pfarrer in Haisterkirch, seine Zustimmung erteilten (bischöfliche Bestätigung am 14. Oktober 1494).

Am 19. November 1721 wurde durch Rotschen Kapitularbeschluß Mühlhausen zur Pfarrei erhoben.

Die Pfarrkirche St. Ottilia ist eine sogenannte Ortsrand-Kirche. Sie steht am Ortsrand und nicht, wie die meisten Kirchen, im Ortskern. Diese Seltenheit gilt es zu erhalten und zu pflegen.

Kunst und Geschichte im Landkreis Biberach – Otto Beck, 1985

Am Südwesthang einer eiszeitlichen Endmoräne und nahe dem Weiten Ried, wo die Umlach entspringt, müssen schon in der Merowingerzeit alemannische Siedler Fuß gefasst haben. Denn der Ortsname verweist, auch wenn er erst im 13. Jh. schriftlich belegt ist, auf das Frühmittelalter und bedeutet soviel wie Wohnstätten. Vielleicht stand am Beginn der Geschichte Mühlhausens (624 m) eine Mühle benachbarter Adeliger. Man denke beispielsweise an frühe Herren Waldsees oder an erste Inhaber Ampfelbronns und Hummertsrieds.

Jedenfalls war das Umlachdorf im hohen Mittelalter waldseeisch, kam mit der ganzen Herrschaft 1331 an Österreich, 1386 erst pfandweise, 1454 mannserblich an die Truchsessen und bleib fortan beim Haus Waldburg. 1375-1391 erhielten lediglich die Waldseer Augustiner drei mühlhausische Güter, ebenso 1428 das dortige Heilig-Geist-Spital. Durch planmäßiges Vereinöden entstanden 1793-1794 die Ortsteile Beckenbauren, Jörgen, Metzger, Peter, Schneiderbauer, Weiherhaus und Zeller. 1806, unter württembergischer Staatshoheit, gelangte Mühlhausen schließlich zum Oberamt Waldsee, bis das Dorf 1938 dem Landkreis Biberach und anfangs der 70er Jahre der Gemeinde Eberhardzell zugeordnet wurde.

Kirchlich gehörte die Ortschaft bis zum 19.11.1721 zur Muttergemeinde Haisterkirch und damit 1362-1803 zum Prämonstratenserkloster Rot an der Rot. Am Triumphbogen zum Chor und an der vorderen Nordwand der kath. Pfarrkirche St. Ottilia wird durch die Wappen der Äbte Hermann Vogler (1720) und Balthasar Held (1609) daran erinnert. Wer hier auf dem höchsten Punkt das erste Kirchlein – wohl eine Filialkapelle – errichtet hat, lässt sich schwer sagen. Vielleicht waren es die früh- und hochmittelalterlichen Nachfolger der Grafen des Haistergaus: Herren von Waldsee oder Schenken von Winterstetten-Otterswang. Auf alle Fälle geht der Turm, der bis unter die Glockenstube aus Findlingen gefügt ist, großenteils ins frühe 13. Jh. zurück. 1493 stiftete Truchseß Johannes d.J. von Waldburg eine Kaplanei, die dann 1721 für selbständig erklärt und am 22.10.1803 von seiten des Bistums bestätigt wurde.

Der heutige, vorbildlich restaurierte Sakralbau von 1609, dessen Glockenstube man 1719 erhöhte, ist 1721 vergrößert und später mehrmals erneuert worden. Im ummauerten Friedhof gelegen und sattelgedeckt, wartet das Gotteshaus mit einigem Sehenswerten auf. Hierzu gehören Figuren wie der Gekreuzigte an der Ostwand (um 1725), die Anna Selbdritt (um 1490) auf der Nordseite und St. Sebastian (um 1525) gegenüber. Bischof Augustinus (um 1609) auf dem Schalldeckel der mit den Apostelfürsten bemalten Barockkanzel (1721). Von den damaligen Altären die beiden fast lebensgroßen Statuen St. Josefs und Ottilias am Chorbogen. Das spätbarocke Prager Jesuskind wurde 1745 in den Rokokoschrein eingesetzt. Ebenfalls noch von 1721 die Bildnisse der Apostel an der Emporenbrüstung. Volkskundlich aufschlussreich übrigens das Nothelfer-Tafelgemälde von 1854. Die Deckenbilder wurden 1801 ausgeführt und zeigen Maria, Hermann Josef von Steinfeld, Norbert von Xanten und den Erzengel Michael. Kostbarkeiten des Kirchenschatzes sind – mit Emaillezeichnungen geschmückt – ein Messkelch und eine Strahlenmonstranz (um 1730) sowie ein nachklassizistischer Kreuzpartikel (1847).

Baugeschichte

Der Turm bis unter die Glockenstube entstand im frühen 13. Jahrhundert. Das Schiff und der Chor wurden im Jahr 1609 von Abt Balthasar von Rot neu errichtet. 1721 verlängerte und erhöhte der Abt Hermann das Schiff nach Westen. Des Weitern wurden die Fenster vergrößert und die Sakristei angebaut. Bereits im Jahr 1719 wurde der Glockenturm erhöht. 1801/02 wurde das Vorzeichen mit Lisenen (leicht hervortretende vertikale Verstärkung der Wand) errichtet. 1893 wurde die Kirche dann restauriert. 

Der Turm wurde bis unter der Glockenstube mit Findlingssteinen gemauert. Ab dem zweiten Geschoß wurden Backsteine mit eingemischt. In der Glockenstube sind an alle vier Seiten rundbogige Zwillingsfenster der ehemaligen Glockenstube vermauert. Im Geschoß darunter sind Klangarkaden vermauert. Des  Weiteren findet man gekehlte Simsen aus dem 16. Jahrhundert vor. Die heutige Glockenstube hat neuere Schallöffnungen.

Was gibt es in der Kirche alles zu sehen

Ein wunderschöner Blick in das Innere der Kirche St. Ottilia. Der Innenraum aus verschiedenen Perspektiven.

Hl. Antonius von Padua, die Vierzehn Nothelfer, Arnold Janssen, Josef Freinademetz

Wenn man die Kirche St. Ottilia am Haupteingang betritt, befindet sich an der linken Seite (Nordseite) die Statue des Heiligen Antonius.

Unterhalb der Statue ist ein Bildnis der Vierzehn heiligen Nothelfer angebracht.


Links daneben befindet sich ein Bild von Josef Freinademetz und rechts davon ein Bild von Arnold Janssen, ein Steyler Missionar.

Antonius von Padua

Gedenktag: 13. Juni

Ferdinand Martim de Bulhões e Taveira der Sohn einer begüterten Adelsfamilie wurde 1212 in Coimbra zum Priester geweiht. 1220 trat er in Coimbra ins Kloster ein und nahm den Ordensnamen Antonius an. Eine der bekanntesten seiner Legenden ist die Predigt am Ufer von Rimini: die Bewohner wollten seine Predigt nicht hören, doch die Fische kamen und streckten ihre Köpfe aus dem Wasser. Nach diesem Wunder bekehrte er fast die ganze Stadt.  Antonius ist der Patronat für verlorene Sachen. Das  "Jesuskind", welcher er im Arm hält, geht darauf zurück, das aus der  Kammer des Antonius ein sehr heller Lichtschein drang. Es wurde ein Brand vermutet. Als die Tür geöffnet wurde fand man Antonius lächelnd vor. Dieser hielt in seinen Armen das strahlende Jesuskind.

Vierzehn Nothelfer

Gedenktag: 8. August

Die vierzehn heiligen Nothelfer werden schon seit dem 9. Jahrhundert angerufen und verehrt. Dionysius wie auch Blasius, Dorothea und andere erhielten die Verheißung, bei Anrufung hilfreich vermitteln zu dürfen. Die Zahl 14 enstand wohl durch Verdoppelung der "heiligen Zahl" Sieben. Als Nothelfer in den verschiedenen Angelegenheiten gelten: • Achatius, angerufen gegen Todesangst und Zweifel • Ägidius, angerufen zur Ablegung einer guten Beichte • Barbara, Patronin der Sterbenden • Blasius, angerufen gegen Halsleiden • Christophorus, angerufen gegen unvorbereiteten Tod • Cyriacus, angerufen gegen Anfechtung in der Todesstunde • Dionysius, angerufen gegen Kopfschmerzen • Erasmus, angerufen gegen Leibschmerzen • Eustachius, angerufen in allen schwierigen Lebenslagen • Georg, angerufen gegen Seuchen der Haustiere • Katharina, angerufen gegen Leiden der Zunge und schwere Sprache • Margareta, Patronin der Gebärenden • Pantaleon, Patron der Ärzte • Vitus (Veit), angerufen gegen Epilepsie.

Das Nothelfer-Tafelgemälde stammt aus dem Jahr 1854

Arnold Janssen

Gedenktag: 15. Januar

Arnold Janssen studierte Philosophie, Mathematik und Naturwissenschaften. 1861 wurde er zum Priester geweiht und arbeite ab 1861 als Gymnasiallehrer in Bocholt. 1875 gründete Arnold Janssen den Missionsorden "Societas Verbi Divini", "Gesellschaft des göttlichen Wortes". Er eröffnete ein Missionshaus im holländischen Steyl / Steijl. Als Janssen starb, gab es sechs Ausbildungshäuser; 430 Priester und 600 Brüder sowie 450 Schwestern. Sie waren in zehn Ländern tätig. Weiterhin gab es über 1000 Missionschülerinnen und -schüler.

Josef Freinademetz

Gedenktag: 28. Januar

Josef Freinademetz  besuchte in Brixen das Priesterseminar und wurde dort 1875 zum Priester geweiht. 1878 schloss er sich der neuen Steyler Mission von Arnold Janssen an. 1879 ging er nach China, wo er zunächst in Hongkong die Sprache und Kultur Chinas studierte. Josef Freinademetz sorgte besonders für den Ausbau von Katechismusschulen und richtete Ausbildungsstätten ein. Weiterhin richtete er ein Priesterseminar ein. Er wurde - nach seinen eigenen Worten - den "Chinesen ein Chinese" . Er sagte zum Schluss: "Ich will auch im Himmel ein Chinese sein".

Die Kanzel in der Kirche

Die Kanzel wird in der heutigen Zeit so gut wie nie benutzt. Sie war früher der Ort, an der der Pfarrer die Verkündigung der Botschaft Gottes durchführte. Die Kanzel ist immer im Bereich des Volkes. Dies hat die Bedeutung das Gottes Wort von der Höhe kommend an das Volk gerichtet wird.

Warum die Kanzel hoch und mittig angebracht wurde, hatte eine praktische Funktion: Man benötigte keine Lautsprecher, da sie dadurch eine gute Akustik hatte. Der Pfarrer spricht von der Seite in Richtung des Ohres von den Zuhörern. Das Dach der Kanzel verstärkt den Schall durch Reflexion. Heute wird die Kanzel nicht mehr genutzt, da es Lautsprecheranlagen gibt. Zudem soll der Priester nicht mehr von der Kanzel auf die Leute von oben herab "hinunter schimpfen"! 

Die Statue des Bischof Augustinus wurde um 1609 auf dem Schalldeckel gefertigt. Die Barockkanzel wurde um 1771 mit den Apostelfürsten bemalt.Die Kanzel stammt aus dem Jahr 1721.

Ein Blick von der Kanzel in die Kirche ist auch heute noch beeindruckend.

Bischof Augustinus

Gedenktag: 28. August

Der 16jährige  Augustinus musste aus Geldmangel sein Studium abbrechen. Er schloss sich einer Straßenbande an.

Im August 386 hörte er, als er unter einem Feigenbaum lag, eine Kinderstimme: "Nimm und lies …" Er ergriff die Bibel und stieß auf den Satz: "Lasset uns ehrbar wandeln als am Tage, nicht in Schmausereien und Trinkgelagen, nicht in Buhlereien und Ausschweifungen, nicht in Streit und Eifersucht, sondern ziehet den Herrn Jesus Christus an und pfleget das Fleisch nicht so, dass Begierden erwachen!" (Römerbrief 13, 13 - 14). Dies bekehrte ihn und er wurde ein Christ.

Eine Legenden erzählt, wie Augustinus am Ufer des Meeres nachdenkend wanderte. Er beobachtete einen kleinen Jungen der mit einer Muschel Wasser schöpfte und in eine Sandgrube goss. Er fragte den Jungen was er da tue. Dieser antwortete: "Dasselbe, was du tust! Du willst die Unergründlichkeit Gottes mit deinen Gedanken ausschöpfen - ich versuche, das Meer auszuschöpfen!"

Augustinus gilt als der wichtigste Kirchenvater der Westkirche.

Die Statue von Bischof Augustinusie auf dem Schalldeckel ist aus der Zeit um 1609.

Die Taube

Die Taube welche im Strahl dargestellt wird, ist das Zeichen für den Heiligen Geist. Der Heilige Geist soll dem Pfarrer bei der Predigt bestehen und eingeben, was er zu sagen soll! Dadurch verkündet er nicht sein eigenes Wort. Er verkündet Gottes Wort (ein Wort der Liebe)! Das Evangelium ist das Wort Gottes. Diese wurde unter dem Anhauch des Heiligen Geistes niedergeschrieben.

Apostelfürst Paulus

Gedenktag: 29. Juni

Paulus hieß vor seiner Bekehrung Saulus.

Im Jahre 32 veränderte sich sein Leben radikal. Paulus bezeichnete dies nicht als Bekehrung, sondern als "Offenbarung von Jesus Christus".

Der Schwerpunkt der Glaubensverkündigung war ab da die Gnade Gottes, die dieser den Menschen erweist. Gott schenkt seine Gnade den Menschen nicht aufgrund ihrer guten Taten, sondern einfach, weil er ein guter, menschenfreundlicher Gott ist. Paulus glaubt, dass Gott Christus zum Sieger über die Macht der Sünde gemacht hat. Er forderte seine Zuhörer nicht auf, bestimmte Sünden zu bereuen, sondern dazu, Gottes Sieg über alle Sünden durch das Kreuz Christi zu verkünden.

Apostelfürst Petrus

Gedenktag: 29. Juni

Der Fischer Simon wurde gemeinsam mit seinem Bruder Andreas, der zuvor schon Jünger von Johannes dem Täufer war, von Jesus als Jünger berufen.

Petrus wollte dem auf dem Wasser gehenden Jesus folgen, bekam aber Angst zu versinken. Nach seiner Rettung bekannte er mit einem Kniefall: "Du bist in Wahrheit Gottes Sohn". Petrus wurde zukünftig "Menschenfischer".

Petrus wurde auf eigenen Wunsch, mit dem Kopf nach unten, ans Kreuz geschlagen. Er sagte, dass er es nicht würdig sei, wie Jesus am Kreuz zu sterben.

Der Leichnam des Petrus wurde, am Platz des heutigen Petersdom, beigesetzt.

Mutter Anna

Gedenktag: 26. Juli

Anna ist die Schutzpatronin vor Gewitter. Sie war die Mutter von Maria, also Jesus Großmutter.

Die Figur der Anna Selbdritt (mit Maria und dem Jesuskind) entstand um das Jahr 1490.

Maria Königin

Gedenktag: 22. August

Der Gedenktag "Maria, Königin des Himmels" wurde 1845 in Ancona in Italien "zu Ehren der Königin aller Heiligen" gefeiert.

Daran erinnert das Lied "Salve Regina":

Sei gegrüßt, o Königin, Mutter der Barmherzigkeit; unser Leben, unsre Wonne und unsre Hoffnung, sei gegrüßt! Zu dir rufen wir, verbannte Kinder Evas; zu dir seufzen wir trauernd und weinend in diesem Tal der Tränen. Wohlan denn, unsere Fürsprecherin, wende deine barmherzigen Augen uns zu, und nach diesem Elend zeige uns Jesus, die gebenedeite Frucht deines Leibes! O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria! 

Die Figur stammt aus dem späten 17. Jahrhundert

 

Der Chorraum der Kirche

In der sakralen Architektur bezeichnet der Chor, auch Presbyterium genannt, den Altarraum in Kirchen, der früher dem Klerus oder den Ordensgemeinschaften zur Feier des Stundengebets vorbehalten war. Ursprünglich war der Chor – seinem Namen entsprechend – der Raum für die Sänger der Liturgie, in der Nähe des Altars.

Unser Kirchenchor hatte einmal seinen Platz auf der linken Seite.

Gedenktafel des Abtes Balthasar Held

In der Chornordwand befindet sich eine Sandsteintafel mit vertiefter lateinischer Inschrift. Diese weist auf die Neuerbauung der Kirche unter Abt Baltharsar Held von Rot, mit dessen Wappen aus dem Jahr 1609, hin.

Baltharsar Held stammt von Haisterkirch und war von 1591 bis 1611 Abt von Rot.

Nach dem Tod des heiligen Propsts Burchard von Rot an der Rot aus dem Mutterkloster Premontre (Propst 1126-1140) hatte das Kloser Rot an der Rot 45 Äbte, bevor es 1803 unter Abt Nikoluas Betscher aufgehoben wurde.

Innschrift:

  • Milliaseriorum        bis         terna         nouem         per
  • orbem          Denir          it          Titam          mobiliare         vagil
  • huiusvbi          hierant          sacri         fundamentum      r o i h i
  • Sub          patre          balthasaro          presule          jacta
  • Hir        dat          prolibitu          mystas          hic          jollitro
  • dem          Hir          patronatus          integra          mia     jenei    
  • Cernobij          at          Matris          Christi          Otthiliaß
  • piarum          Tutricum          impensis          conditur
  • alma         domus                                          1   6   0   9

 

Übersetzung:

  • Tausend zweimal drei und neun durch
  • die ganze Welt ergeht Schutz auf Besitz
  • zu überwachen dieser heilig geweihten
  • Einrichtung unter Pater Balthasaro Prälat
  • gefallen gefunden. Der Herr gibt die
  • Schirmherrschaft bemerkend dieser blühenden
  • Einrichtung  aber Mutter Christus über
  • Otthilia gewissenhafte, inständige Pflege sichert
  • Glück für dieses Haus                          1   6   0   9

Der Auferstandene

Jesus starb unmittelbar nach der Urteilsveründung am Kreuz. Am Kreuz wurde eine Tafel angebracht mit der Innschrift: "Jesus, der König der Juden" (Mt 27, 37). Die Evangelien berichten, dass Jesus vergleichsweise schnell - schon nach sechs Stunden am Kreuz - starb.

Der Kern des christlichen Glaubens ist die Botschaft von der Auferstehung Jesu. Das Osterereignis. Das bezeugen die Erscheinungen des Auferstandenen im Neuen Testament.

 

Bildnis der Hl. Ottilia

Unter dem Fenster der Chorschrägseite ist eine Flachbogennische mit Rocaillemotiv und Relief (Stuck).

Auf dem Bildnis wird ein Wunder der heiligen Ottilia dargestellt:

Ihre wohl bekanntesten Wunder sind die Heilung eines Aussätzigen durch Berührung und das entspringen einer Quelle aus einem harten Fels, als sie nach einem Gebet, darauf schlug. Von dieser Quelle ließ sie einen durstigen trinken.

Im Hintergrund ist auf dem Bildnis der Ottilenberg zu sehen. Das dortige Kloster stellt aber nicht das Orginalkloster der Hl. Ottilia dar. Es bildet das Prämonstratenserkloster Rot an der Rot ab, welches von 1362 - 1803 für die Kirche St. Ottilia zuständig war.

Chorbogen mit den fast lebensgroßen Statuen des Hl. Josef und der Hl. Ottilia und dem Gekreuzigten

In der Mitte des Chorraums steht der Hochaltar und auf diesem der Tabernakel.

Hinter dem Hochaltar, als thematisches Zentrum der Kirche, das Kreuz. Das Kreuz ist die Mitte des Heils und liturgischen Handels.

Links und rechts daneben die fast lebensgroßen Statuen des Hl. Josef und der Hl. Ottilia.

Ottilia ist die Patronin der Kirche in Mühlhausen.

Josef von Nazaret

Gedenktag: 19. März

Joseph war der Ziehvater Jesu, da nach christlicher Überzeugung Jesus der Sohn Gottes ist und durch den Heiligen Geist im Schoß der Jungfrau Maria gezeugt wurde. Joseph stammte aus dem Geschlecht des Königs David. Er lebte als Zimmermann.

Von Joseph ist im Neuen Testament kein einziges Wort überliefert. Auch von seinem Tod wird nichts erzählt.

Die Figur ist aus dem Jahr 1721.

Kreuz - Warum hat die Kirche dieses Zeichen ausgewählt?

Das Kreuz steht auch für das Leben

Warum wurde dieses leidvolle Zeichen zum weltweiten Symbol aller Christen? Weil das Kreuz mehrere Bedeutungen hat. Es steht nicht nur für den Tod, sondern auch für das Leben. Die Bibel berichtet: Jesus, der Karfreitag am Kreuz starb, wurde an Ostern von den Toten auferweckt. So bekommt das Kreuz eben noch eine andere Bedeutung. Es ist ein Zeichen für die Überwindung von Tod und Trauer. Am Ende steht das Leben, so glauben Christen. Das macht das Kreuz so bedeutsam: Wie die beiden Balken in verschiedene Richtungen weisen, nämlich nach oben und zur Seite, so sind im Kreuz Erde und Himmel verbunden.

Das Wandkreuz ist aus dem Jahr 1720 - 1730.

Hl. Ottilia (Kirchenpatronin)

Gedenktag: 13. Dezember

Die Legende berichtet, dass ihr Vater seine blind geborene Tochter Odilia töten lassen wollte. Die Mutter rette sie und brachte sie in das Kloster "Palma". Dort wurde Odilia das Augenlicht geschenkt, als der durch einen Engel zu ihr gewiesene Wanderbischof Erhard von Regensburg sie taufte.

Ihr jüngerer Bruder ließ sie nach Jahren wieder nach Hause holen. Doch der Vater war so zornig und schlug seinen Sohn. Dieser stürzte und war tot. Aber Odilia erweckte ihn wieder zum Leben und musste deshalb nochmals von ihrem Vater fliehen. Der Vater verfolgte seine Tochter, da tat sich nahe der heutigen Kapelle St. Ottilien bei Freiburg im Breisgau eine Felsspalt auf. In dieser konnte sie sich verstecken. Nach Jahren besuchte Odilia den inzwischen schwerkranken Vater, der sich mit ihr versöhnen wollte. Sie erhielt von ihm den Platz auf dem Mont Sainte-Odile, wo sie ihr Frauenkloster gründete und dessen erste Äbtissin wurde. Dort pflegte sie auch ihre Eltern bis zu deren Tod.

Odilias Gebeine ruhen noch heute in einem steinernen Sarkophag in der Grabkapelle neben der Kirche. Der Odilienberg gilt als der "heilige Berg des Elsass", Odilia wurde im Mittelalter zu einer der am meisten verehrten Heiligen. Ihr Grab ist noch immer einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte in Frankreich.

Unsere Hl. Ottilia stammt aus dem Jahr 1721.

Wendelin Ersing wurde am 05.Februar 1889 in Binnroth geboren.

Pfarrer Ersing war von 1940 bis 1951 Pfarrer in Mühlhausen. In seiner Schaffenszeit in Mühlhausen schrieb er das Ottilia Lied für Mühlhausen sowie das Agatha Lied für die Kapelle in Hummertsried. Auch schrieb er lyrische Gedichte, so auch das Gedichtbüchlein „Unsere Glocke“. Hierbei handelt es sich um ein 28seitiges Büchlein über unsere Glocken in Mühlhausen. Pfarrer Wendelin Ersing verstarb am 15. Januar 1956.

Wendelin Ersing wurde am 05.Februar 1889 in Binnroth geboren.

Pfarrer Ersing war von 1940 bis 1951 Pfarrer in Mühlhausen. In seiner Schaffenszeit in Mühlhausen schrieb er das Ottilia Lied für Mühlhausen sowie das Agatha Lied für die Kapelle in Hummertsried. Auch schrieb er lyrische Gedichte, so auch das Gedichtbüchlein „Unsere Glocke“. Hierbei handelt es sich um ein 28seitiges Büchlein über unsere Glocken in Mühlhausen. Pfarrer Wendelin Ersing verstarb am 15. Januar 1956.

Wer hat unser Ottilien-Lied geschriebren?

Pfarrer Wendelin Ersing wurde am 05.Februar 1889 in Binnroth geboren.

Pfarrer Ersing war von 1940 bis 1951 Pfarrer in Mühlhausen. In seiner Schaffenszeit in Mühlhausen schrieb er das Ottilia Lied für Mühlhausen sowie das Agatha Lied für die Kapelle in Hummertsried. Auch schrieb er lyrische Gedichte, so auch das Gedichtbüchlein „Unsere Glocke“. Hierbei handelt es sich um ein 28seitiges Büchlein über unsere Glocken in Mühlhausen. Pfarrer Wendelin Ersing verstarb am 15. Januar 1956.

Wendelin Ersing wurde am 05.Februar 1889 in Binnroth geboren.

 

Taufbildnis, Taufbecken und Osterkerze

Hier wird die Taufe Christi dargestellt. Davor befindet sich ein halbkugeliges Taufbecken über einem kurzem Säulenfuß mit breitem Sockelband aus Sandstein. Das Bildnis ist aus dem Jahr 1721.

Taufbildnis:

Das Bildniss hinter dem Taufbecken stellt Johannes den Täufer dar.

Johannes taufte Jesus im Jordan, wahrscheinlich auf der Ostseite des Flusses nahe des Toten Meeres (Joh 1, 28). Bei der Taufe von Jesus wurde Johannes die besondere Sendung Jesu und seine Göttlichkeit zum ersten Mal öffentlich offenbar, als "eine Stimme aus dem Himmel kam: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen." (Lk 3, 22).

Gedenktag Johannes: 24. Juni

Taufbecken:

Ein Taufbecken oder Taufstein dient der Taufe. Die Taufe stellt die Aufnahme in die Kirche dar. In den ersten Jahrhunderten der Kirche wurde meist durch Untertauchen getauft. Seit dem 4. Jahrhundert war die Taufe durch Übergießen des im Wasser stehenden Täuflings vorherrschend. In der Westkirche ging man nicht zuletzt wegen möglicher gesundheitlicher Beeinträchtigung durch Untertauchen der Neugeborenen zum Begießen oder Besprengen des Täuflings mit dem Taufwasser über.

Osterkerze:

Aufgrund ihrer Größe stellt sie den neuen Baum des Lebens dar.  Wenn die Osterkerze angezündet wird und der Ruf "Lumen Christi" erklingt, ist das das Zeichen, dass der Tod vor dem Leben und die Finsternis vor dem Licht weichen muss.

 

Hl. Maria Gottesmutter

Gedenktag: 1. Januar

Von Maria wird nur berichtet, dass sie in Nazaret zuhause und mit Joseph verlobt war. Es folgt die im Neuen Testament bezeugte Verkündigung des Erzengels Gabriel an Maria mit der Begrüßung "Ave Maria" (Lk 1, 26 - 38). Maria wurde mit Jesus schwanger.  Das Kind wird "Sohn Gottes genannt werden" (Lk 1, 35). Joseph und Maria machten sich dann der Überlieferung auf den Weg nach Betlehem, wo das Jesuskind geboren wurde.

Nach dem Tod Jesu ging Maria der Überlieferung zufolge zwischen den Jahren 37 und 48 mit Johannes, dem "Lieblingsjünger" Jesu, nach Ephesus. Dass sich hier ihr Grab befindet wird erstmals 431 beim Konzil von Ephesus benannt. Älter ist die Überlieferung, Maria sei in Jerusalem gestorben, dort wird ihr Grab nahe des Löwentors am östlichen Rand der Altstadt verehrt in der Krypta einer Kirche, die südlich des Ölberges im 4. Jahrhundert erbaut und um 1130 von den Kreuzfahrern erneuert wurde.

Die Verehrung Marias eröffnet den Gläubigen Trost, Beistand und Hilfe aus weiblich-mütterlicher Sicht zu erfahren. Maria bringt das fürsorglich-zärtliche Element in eine sonst weithin von Männern beherrschte Kirche und in eine weitgehend von männlichen Bildern geprägte Gottesvorstellung.

Sakristei

Die Sakristei ist ein Nebenraum in der Kirche. Sie dient zur Aufbewahrung der liturgischen Geräte (Kelch, Hostienschalen, Leuchter, usw.), Gewänder und Schriften. Die Sakristei dient auch zur Vorbereitung und zum Ankleiden der Priester und Ministranten.

Prager Jesuskind

Das Prager Jesulein oder Prager Jesuskind ist weltweit eines der bekanntesten wundertätigen Gnadenbilder Jesu.  Die Statue ist eine etwa 45 cm große Wachsfigur aus der Renaissance und stellt das Jesuskind im Alter von etwa drei Jahren dar. Das spätbarocke Prager Jesuskind wurde am 16. Mai 1745 in den Rokokoschrein in Mühlhausen eingesetzt. Ursprünglich hatte es einen eigenen Altar in der Mitte der ersten Chorstufe. 1797 wurde es über den rechten Nebenaltar versetzt.

Gebet:

O Jesulein, zu Dir fliehe ich, durch Deine Mutter bitt’ ich Dich, aus dieser Not woll'st retten mich; denn wahrhaft glaube ich an Dich, dass Du, o Gott, kannst schützen mich. Vertauend hoffe ich auf Dich, dass Deine Gnad’ werd’ finden ich. Aus ganzem Herzen lieb’ ich Dich, drum meine Sünden reuen mich, von denen, flehend bitt’ ich Dich, Jesus, woll’st befreien mich.

Mein Vorsatz ist, zu bessern mich, und nicht mehr zu betrüben Dich. Darum Dir ganz ergeb’ ich mich, zu leiden mit Geduld für Dich und Dir zu dienen ewiglich. Den Nächsten aber gleich wie mich, will wegen Deiner lieben ich. Jesulein, ich bitte Dich, aus dieser Not woll’st retten mich; dass einstens kann genießen ich mit Joseph und Maria Dich und allen Engeln ewiglich

 

Hl. Sebastian (Märtyrer)

Gedenktag: 20. Januar

Sebastian war zur Zeit von Papst Gaius Hauptmann am kaiserlichen Hof. Er verheimlichte am Hof seinen christlichen Glauben, aber seine Stellung erlaubte ihm, seinen christlichen Glaubensgenossen in den Gefängnissen Roms beizustehen. Der Legende nach ließ Kaiser Diokletian, als er von Sebastians Glauben erfuhr, diesen an einen Baum binden und von Bogenschützen erschießen. Sebastian wurde für tot gehalten und am Hinrichtungsort liegen gelassen. Die Witwe des Märtyrers Castulus nahm sich seiner an und pflegte seine Wunden. Als er sich wieder erholt hatte, trat er dem erstaunten Kaiser öffentlich entgegen. Der Kaiser ließ ihn daraufhin in Rom zu Tode peitschen und die Leiche in den "größten Abwasserkanal" werfen. Sebastian erschien der Christin Lucina im Traum und zeigte ihr den Ort wo er lag. Sie holte den Leichnam heraus und bestattete ihn in den Katakomben des Sebastian.

Unsere Sebastian stammt aus dem Jahr 1520 - 1530.

Herz-Jesu

Das Herz Jesu ist das Sinnbild der gottmenschlichen Liebe Jesu. Seit dem 15. Jahrhundert sind Darstellungen des Herzens Jesu bekannt, das in der Regel zusammen mit der heiligen Lanze und den Wundmalen gezeigt wird. Im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sich die heute am verbreitetste dargestellte Figur, der Jesus mit sichtbarem Herzen zeigt, meist mit Segensgestus oder indem er auf das Herz weist. Am dritten Freitag nach Pfingsten ist das Hochfest Heiligstes Herz Jesu.

Heute noch wird in Mühlhausen das Herz-Jesu-Fest als Dorffest gefeiert, allerdings immer häufiger unter dem Titel "Gartenfest des Musikvereins". Der Musikverein spielt an diesem Fest in der Kirche.

Wendelin von Tholey

Gedenktag: 21. Oktober

Wendelin war ein schottischer Königssohn. Mit sechs Genossen wollte er im Alter von 20 Jahren nach Rom wallfahren, gelangte aber nur bis Trier. Wendelin übernahm Hirtendienste bei einem Edelmann und trieb das Vieh bis zu einem sieben Meilen entfernten Berg, wo er gerne betete. Der Edelmann baute ihm eine Zelle in der Nähe des benachbarten Klosters Tholey, dessen Mönche Wendelin zum Nachfolger ihres verstorbenen Abtes wählten, ohne dass Wendelin je Priester geworden war. Als Wendelin im Sterben lag, besuchte ihn der Erzbischof von Trier und sah, wie zwei Engel drei Kronen auf einen Baldachin legten. Nach dem Tod bestatteten ihn seine Mönche. Von vielen Kerzen umgeben, fanden sie ihn am nächsten Morgen neben dem Grab. Sie nahmen dies als Zeichen, dass er woanders begraben sein wollte und spannten Ochsen vor einen Wagen. Dieser fuhr von selbst den Weg auf den Berg, auf dem er betend so oft geweilt hatte und an der heute die Basilika von St. Wendel steht.

Kreuzweg mit 14 Stationen

14 Stationen des Leidensweges Jesu finden sich in der Mühlhauser Kirche entlang der hinteren Seitenwände.

Die Kreuzweg-Stationen sind:

  • 1. Station: Jesus wird zum Tode verurteilt
  • 2. Station: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern
  • 3. Station: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz
  • 4. Station: Jesus begegnet seiner Mutter
  • 5. Station: Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen
  • 6. Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch
  • 7. Station: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz
  • 8. Station: Jesus begegnet den weinenden Frauen
  • 9. Station: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz
  • 10. Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt
  • 11. Station: Jesus wird an das Kreuz genagelt
  • 12. Station: Jesus stirbt am Kreuz
  • 13. Station: Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt
  • 14. Station: Der heilige Leichnam Jesu wird in das Grab gelegt.                                                                                                                                                          

Die Emporenbrüstung mit dem Bildnis der Apostel aus dem Jahr 1721

Die Gruppe der Apostel war der engste Jüngerkreis um Jesus Christus. Der Herr wählte die ersten Zwölf selbst aus. Die Namen der Zwölf sind Petrus, Johannes, Andreas, Jakobus (Sohn des Zebedäus), Matthäus, Bartholomäus, Jakobus (Sohn des Alphäus), Simon Kanaanäus, Thomas, Judas Thaddäus, Philippus, Judas Iskariot.

Da Judas Iskariot den Herrn verriet und daraufhin Selbstmord beging, nahm Matthias nach der Auferstehung durch Losentscheid (vgl. Apg 1,15-26) seinen Platz ein. Letzter und "geringster" der Apostel war Paulus (vgl. 1 Kor 15,9), der durch das Damaskuserlebnis Bekehrung erfuhr. Obwohl nicht zum Zwölferkreis gehörig, wird Paulus in künstlerischen 12-Apostel-Darstellungen oft anstelle des Verräters Judas gezeigt, Matthias aber nicht dargestellt.

Die Apostel gaben ihre Vollmachten durch Handauflegen an andere Männer weiter. Sie setzen diese als Bischöfe, Priester und Diakone ein.

In der Tradition werden auch die 70 bzw. 72 Jünger, die Jesus zur Missionierung aussandte, Apostel genannt. Auch bedeutenden Missionare wird mitunter der Ehrentitel Apostel verliehen, so wird Bonifatius als "Apostel der Deutschen" bezeichnet. 

Krönung Marias im Himmel. Deckenbild von 1801 (Erneuert 1930)

Gedenktag: 22. August (siehe oben)

In der Mitte steht Maria.  Links oben ist Jesus und rechts oben Gott-Vater zu sehen. Über allem schwebt, durch die Taube symbolisiert, der heilige Geist. Das Gemälde stammt aus dem Jahr 1801.

Norbert von Xanten. Deckenbild von 1801 (Erneuert 1930)

Gedenktag: 6. Juni

Norbert wurde von seinen Eltern für den geistlichen Stand bestimmt und im Alter von 12 Jahren ins Stift nach Xanten gegeben.

1115 ließ Norbert sich in Köln zum Priester weihen und ging zurück in sein Stift in Xanten, wo er Reformen einforderte, was aber abgewiesen wurde.

Statt dessen bot der Bischof ihm einige Orte an, wo er ein eigenes Kloster gründen könnte. In einer Traumvision zeigte Maria Norbert eine Wiese mit einer verfallenen Kapelle. Dort gründete er 1120 mit 13 Gefährten ein Kloster. Männer und später auch Frauen lebten in seinem Kloster nach dem Vorbild des Urchristentums (Apg 4, 32 - 35) in Armut, in Gemeinschaft und mit Hilfsbereitschaft. An Weihnachten 1121 legten sie vor Gott ein feierliches Versprechen ab. Dies gilt als Geburtsstunde des Prämonstratenserordens, in dem das weiße Bußkleid, das Norbert schon länger trug, zur Ordenstracht wurde.

Norbert bestand auf der Notwendigkeit, dass die Eucharistie von Priestern gefeiert werde. Symbolisch wurde dies dargestellt in Bildern, die Norbert mit der Monstranz zeigen.

Das Deckenbild zeigt Norbert vor dem Altar mit der Monstranz. Das Deckenbild wurde 1801 ausgeführt.

Hermann Josef von Steinfeld. Denkenbild von 1801 (Erneuert 1930)

Gedenktag: 21. Mai

Hermann entstammte einer verarmten Kölner Bürgerfamilie, geboren 1150. Er trat im Alter von 12 Jahren als Oblate ins Prämonstratenserkloster Steinfeld - heute Ortsteil von Kall - in der Eifel ein und studierte im Kloster Mariengaarde in Hallum in Friesland, wo er nach der Priesterweihe als Beichtvater der Schwestern wirkte und auch als Sakristan tätig war.  Später kehrte er nach Steinfeld zurück.

Hermann wurden mystische Erfahrungen zuteil, so die mystische Vermählung mit der Gottesmutter Maria, was ihm den Beinamen "Joseph" eintrug. Seine Marienliebe war so ausgeprägt, dass sich zahlreiche diesbezügliche Legenden um ihn ranken.

Das Gemälde zeigt "Josef", mit einer Rose vor dem Altar sowie Maria mit dem Jesuskind.

Das Deckenbild wurde 1801 ausgeführt.

Erzengel Michael - Deckenbild über der Orgel von 1801 (Erneuert 1930)

Gedenktag: 29. September

Michael war nach der Überlieferung der Engel mit dem Schwert, der Adam und Eva aus dem Paradies trieb.

Wappen des Abtes Hermann Vogler von Rot an der Rot

Kirchlich gehört die Ortschaft Mühlhausen bis zum 19.11.1721 zur Muttergemeinde Haisterkirch und damit zum Prämonstratenserkloster Rot an der Rot.

1721 wurde das Schiff nach Westen hin verlängert und erhöht. Ebenfalls wurden die Fenster vergrößert und die Sakristei angebaut. Bereits 1719 wurde der Glockenturm erhöht. Diese Baumaßnahme wurden durch den Abt Hermann Vogler veranlasst.

Am Triumphbogen zum Chor wird durch das Wappen des Abtes Hermann Vogler daran erinnert.

Die Buchstaben "H. A. Z. R." sollen Hermann Abt zu Rot heißen.

Die Jahreszahl unter dem Wappen stellt das Jahr der Baumaßnahmen durch den Abt Hermann Vogler zu Rot dar. 

Gedenktafel an den Lehrer Josef Maucher

Josef Maucher war 41 Jahre Lehrer in Mühlhausen. 

Der heute noch benutzte Messkelch wurde vom Lehrer Josef Maucher gestiftet.

Er wurde am 02.Juli 1818 geboren und starb am 08. Juni 1888

Unterlagen zu dem Lehrer Josef Maucher finden sich in verschiedenen Archiven. Im kath. Familienregister ist zu finden, dass Josef Maucher Schullehrer und Mesner war. Interessant ist hier, dass auch der Vater bereits Schullehrer und Mesner war. Im Kreisarchiv in Biberach findet sich nur der Hinweis auf sein Ableben und die damit verbundene Neubesetzung der Lehrerstelle. Demnach war Josef Maucher tatsächlich bis zu seinem Tode Schullehrer, Mesner und Organist in Mühlhausen

Im Jahr 2018 wurde die Kirche im Außenbereich saniert. Hierbei wurde die Gedenktafel abmontiert und durch einen Restaurator aufwendig saniert. Im Frühjahr 2020 wurde sie fertiggestellt und wieder an ihrem alten Platz montiert. Durch eine großzügige Spende der Raiffeisenbank Biberach konnte die Sanierung finanziert und verwirklicht werden.   

Missionskreuz

Ein Missionskreuz erinnert an die Volksmissionen früherer Jahrhunderte.

Es gibt sie aber auch aus neuerer Zeit. Im 17. und 18. Jahrhundert zogen kleine Gruppen von zwei oder drei Patres des Jesuitenordens von Pfarrei zu Pfarrei. Sie blieben oft mehrere Wochen zur „Volksmission“ mit dem Ziel der „Erneuerung und Bekehrung des christlichen Volkes“.

Die Patres wirkten durch zahlreiche Veranstaltungen, Messen, Predigten – früher getrennt für Frauen und Männer, Ledige, Jugendliche, Kinder –, Anbetungsstunden, Beichtgespräche, Hausbesuche und andere Tätigkeiten.

Das Missionskreuz in Mühlhausen wurde 1953 an die Kirche angebracht.