Caspar, Melchior und Balthasar: Wer waren die Heiligen Drei Könige?
Die tatsächliche Existenz der drei Weisen aus dem Morgenland konnte nie nachgewiesen werden. Daher unterliegt der Versuch einer Erklärung auch vielen Deutungen, Vermutungen und Interpretationen.
Die Geschichte der Heiligen Drei Könige hat ihren Ursprung vermutlich im Matthäus-Evangelium. Denn dort ist nachzulesen, dass Weise, Magier und Sterndeuter aus dem Osten kamen, um dem neugeborenen König durch einen Besuch ihre Ehre zu erweisen. Der Stern hatte sie zu einer besonderen Geburt geführt, der Geburt Jesu.
Als Angehörige der Oberschicht genossen sie hohes Ansehen und waren in der Lage, das Kind mit Gold, Weihrauch und Myrrhe zu beschenken. Übrigens nannte Matthäus nicht die Anzahl der Männer. Die Zahl Drei wurde erst später aus der Anzahl der Geschenke abgeleitet. Er bezeichnete sie auch nicht als Könige und nannte sie nicht beim Namen. Dieser Brauch besteht erst seit dem 8. Jahrhundert. Wichtiger ist hier aber deren symbolische Bedeutung.
Die drei Männer stammten aus dem sogenannten Morgenland, dem heutigen Nahen Osten. Dabei deutet ihre als orientalisch beschriebene Tracht auf eine Herkunft aus Persien. Um das weitere Leben der drei Männer, die in ihrem Erscheinungsbild in der Regel als recht wohlhabend dargestellt werden, ranken sich viele Legenden. Eine Legende zufolge wurden die Heiligen Drei Könige in einem gemeinsamen Grab beigesetzt, das im Jahr 326 von der Heiligen Helena gefunden worden sein soll. Im Juli 1164 gelangten die Gebeine in den Kölner Dom, wo sie seitdem ruhen und als Reliquien im Dreikönigsschrein verehrt werden.
Die Bedeutung der Namen
Der Name Caspar stammt aus dem Persischen und bedeutet so viel wie "Hüter des Schatzes“. Caspar wird auf Bildern oft als Afrikaner mit dunkler Hautfarbe abgebildet und überreicht Myrrhe als Geschenk. Myrrhe steht als Symbol für das Menschsein.
Melchior ist ein hebräischer Name und steht für "König des Lichts". Melchior hat europäische Gesichtszüge und überreicht Gold als Geschenk. Gold wird als kostbarstes Gut angesehen, das einem König, dem Sohn Gottes, würdig ist.
Auch der Name Balthasar stammt aus dem Hebräischen und bedeutet so viel wie "Gott schütze sein Leben". Balthasar wird mit einer asiatischen Herkunft in Verbindung gebracht. Er überbringt Weihrauch, der als göttliches Symbol gilt.
Warum 3 Könige?
So galt die Zahl Drei in vielen Kulturen als heilig und kennzeichnete göttliche Konstellationen in Religion und Mythos. Als Beispiel kann hier die Einteilung der Welt in Himmel, Erde und Unterwelt erwähnt werden. Auch in Märchen - "drei Wünsche frei haben" - und Redewendungen -"aller guten Dinge sind drei"- spielt die Drei eine wichtige Rolle.
Die Heiligen Drei Königen wurden bereits um das Jahr 700 den Kontinenten Afrika, Asien und Europa zugeordnet. Dies bildet sich in den bildlichen Darstellungen der Ikonen wider.
Die Drei Könige gelten bis heute als Schutzpatrone aller Reisenden, Gastwirte und Pilger. Dabei wurden sie offiziell nie "heilig" gesprochen. Außerdem sollen die auf Haustüren und Stallwände geschriebenen Anfangsbuchstaben ihrer Namen dazu beitragen, die entsprechenden Gebäude samt ihrer Bewohner vor Schaden zu bewahren.
Auch die dem Jesuskind überbrachten Geschenke Gold, Myrrhe und Weihrauch besitzen eine bestimmte Symbolik. So wird Gold beispielsweise als würdiges Geschenk für einen König interpretiert. Myrrhe gilt als Heilpflanze und somit als passendes Präsent für einen Heiler. Und Weihrauch ist das angemessene Geschenk für einen Priester.
Die Sternsinger
Die ersten Sternsinger zogen im 16. Jahrhundert von Tür zu Tür. Begleitet von ihrem Lehrer klopften die Schulkinder an die Türen von Häusern, um den darin lebenden Menschen die Geschichte von Jesus Christus vorzusingen. Im Anschluss daran segneten sie das Haus mit einem an die Tür gemalten Kreuz. Zum Dank erhielten die Kinder kleine Belohnungen in Form von Nüssen und Äpfeln.
Auch heute gehen Mädchen und Jungen im Rahmen der alljährlich stattfindenden Sternsingeraktion von Tür zu Tür. Sie verkleiden sich als Heilige Drei Könige und sammeln unter dem Motto "Kinder helfen Kindern". Dabei kommen die gesammelten Gelder jedes Jahr einer anderen Organisation zugute. Sogar der Brauch des Haussegens ist geblieben.
Dazu schreiben die Sternsinger die jeweilige Jahreszahl an die Tür, in deren Mitte sie die Buchstaben C, M und B einfügen. Diese drei Buchstaben stehen einerseits für das lateinische "Christus mansionem benedicat", was in der Übersetzung "Christus segne dieses Haus" bedeutet. Andererseits liegt es nahe, diese Buchstaben mit den Anfangsbuchstaben der drei Königsnamen Caspar, Melchior und Balthasar in Verbindung zu bringen. Wie dem auch sei, die Buchstaben- und Zahlenkombination hat eine Schutzwirkung um das Böse von den entsprechenden Häusern fernzuhalten.
Schwarz oder weiß
Die drei Könige sind Botschafter der drei Kontinente, die zur Zeit der Entstehung des Brauchs bekannt waren: Europa, Asien und Afrika. Seit dem achten Jahrhundert gibt es künstlerische Darstellungen, die einen Schwarzen König als Vertreter Afrikas zeigen. Die Heiligen Drei Könige stehen für Vielfalt. In meinen Augen ein schöner Gedanke. Es kommt aber auch auf das Wie der Darstellung an. So lange die Verkleidung keine überzeichneten Körpermerkmale hat, sondern ganz schlicht als ein den anderen gleichwertiger König dargestellt wird – ist es für mich weniger problematisch.
Ich verstehe diese Tradition als Zeichen, dass die Menschheit eins und gleich ist. Christus ist für sie gekommen als König der Könige. Egal, ob ich schwarz, gelb oder weiß bin: Alle dürfen dem einen König angehören, der für uns Christen der Messias ist. Dieses Kind, das schwarz angemalt ist, steht als Mensch aus dem Morgenland da, als Teil der gesamten Menschheit.


