03.06.2026 Unsere Störche werden beringt

Drei junge Weißstörche auf dem Kirchturm der Kirche St. Ottilia in Mühlhausen wurden kürzlich im Rahmen einer Artenschutzmaßnahme beringt. Die Aktion erfolgte durch den NABU -Südliches Riss-und Umlachtal mit Unterstützung der Feuerwehr Biberach, die für den sicheren Zugang zum hoch gelegenen Nest ihre Drehleiter zur Verfügung stellte.

Die Beringung dient der wissenschaftlichen Erfassung und Beobachtung der Storchenpopulation. Durch die individuellen Kennzeichnungen können die Vögel später eindeutig identifiziert und wichtige Erkenntnisse über ihre Wanderbewegungen, Brutplätze sowie ihre Lebensdauer gewonnen werden. 

Die Entwicklung des Storchenstandortes in Mühlhausen gilt als Erfolgsgeschichte des lokalen Naturschutzes. Im Zuge der Sanierungsarbeiten am Kirchturm der Kirche St. Ottilia wurde im Mai 2018 eine Nisthilfe für Weißstörche installiert. Ziel war es, den markanten Kirchturm als Brutplatz für die geschützte Vogelart attraktiv zu machen.

Die Maßnahme erwies sich als nachhaltig erfolgreich: Seit dem Jahr 2021 brüten dort regelmäßig Weißstörche und ziehen Jahr für Jahr ihren Nachwuchs groß. Die diesjährige Beringung von drei Jungvögeln mit Gewichten von 3.250 g, 3.470 g und 3.650 g unterstreicht die positive Entwicklung des Standortes.

Naturschützer führen den Bruterfolg insbesondere auf die günstigen Lebensraumbedingungen rund um Mühlhausen zurück. Die abwechslungsreiche Kulturlandschaft mit Wiesen, Feldern und naturnahen Flächen bietet den Störchen ein reichhaltiges Nahrungsangebot und damit ideale Voraussetzungen für die Aufzucht ihrer Jungen.

Die erfolgreiche Ansiedlung der Weißstörche zeigt beispielhaft, wie durch die Zusammenarbeit von Naturschutz, Kirchengemeinde und ehrenamtlichen Helfern wertvolle Lebensräume geschaffen und erhalten werden können. Das Storchennest auf dem Kirchturm von St. Ottilia hat sich inzwischen zu einem festen Bestandteil des Ortsbildes entwickelt und erfreut sich großer Aufmerksamkeit bei Einwohnern und Besuchern gleichermaßen.

Mit der diesjährigen Beringung wurde ein weiterer wichtiger Baustein für die langfristige Beobachtung und den Schutz der Weißstörche in der Region gelegt. Die Verantwortlichen hoffen, dass die imposanten Zugvögel auch künftig den Kirchturm von St. Ottilia als Brutplatz wählen und damit die Erfolgsgeschichte des Mühlhauser Storchennestes fortsetzen.

2026 Majestätisch über den Wiesen von Mühlhausen – Die Störche sind zurück

Majestätisch stolziert der große weiße Vogel über die Wiesen der Gemeinde Mühlhausen. In der Region Eberhardzell und ganz Oberschwaben finden Störche durch feuchte Wiesen, Flussniederungen und Weiden ideale Lebensbedingungen. Dort entdecken sie Frösche, Mäuse, Insekten und Würmer – ihre wichtigste Nahrungsquelle.

Für viele Menschen gehören die großen weißen Vögel längst fest zum Landschaftsbild. Besonders im Frühjahr beobachten zahlreiche Einwohner gespannt die Rückkehr der Storchenpaare. Begrüßen sich die Partner auf dem Nest mit lautem Klappern, gilt dies als Zeichen von Harmonie und enger Paarbindung. Das weithin hörbare Geräusch entsteht, wenn die Tiere ihre langen Schnäbel schnell aufeinanderschlagen.

Anfang Mai beginnt auf vielen Nestern das Familienleben. In diesem Jahr schlüpften auf einem Horst in Mühlhausen drei Küken aus den Eiern. Störche gehören zu den sogenannten Nesthockern. Die Jungen sind zunächst noch hilflos, besitzen kein richtiges Federkleid und reagieren empfindlich auf Kälte und Nässe. Ihre Augen bleiben in den ersten Tagen geschlossen.

Die Storcheneltern kümmern sich aufmerksam um ihren Nachwuchs. Während ein Elternteil Nahrung sucht, bleibt das andere wachsam auf dem Nest. Mit ihren großen Flügeln schützen die Altvögel die Küken vor Regen, Kälte und möglichen Räubern aus der Luft.

Mehrfach täglich fliegen die Eltern zu den umliegenden Wiesen und Flussläufen, um Nahrung zu sammeln. Für die Jungvögel beginnt nun eine Zeit schnellen Wachstums. Nach einigen Wochen entwickeln sich aus den kleinen Küken kräftige Jungstörche. Sie beginnen erste Flugübungen und schlagen neugierig mit den Flügeln.

Bis ein Storchenkind flügge wird, vergehen etwa 55 bis 70 Tage. Dann verlassen die Jungvögel erstmals ihr Nest und ziehen ihre ersten Kreise über den Wiesen von Oberschwaben.

Der Weißstorch zählt zu den Schreitvögeln. Er wird zwischen 0,80 und 1,5 Meter groß und kann bis zu 4,5 Kilogramm schwer werden. Seine Flügelspannweite erreicht bis zu 2,20 Meter. Mit Hilfe warmer Luftströmungen gleiten die Tiere oft nahezu lautlos über die Landschaft. Unter guten Bedingungen können Störche etwa 20 bis 25 Jahre alt werden.

Die Rückkehr der Störche zeigt, wie wichtig intakte Feuchtwiesen und naturnahe Lebensräume sind. Für die Menschen in Mühlhausen sind die eleganten Tiere längst mehr als nur Wildvögel geworden – sie gelten als Symbol lebendiger Natur und gehören fest zum Bild der Region Oberschwaben.

2025 Storchennachwuchs in Mühlhausen – Ein Blick auf die jüngsten Ereignisse rund um den Kirchturm

Im Jahr 2018, im Rahmen der umfassenden Sanierung der Kirche von Mühlhausen, wurde auf dem renovierten Kirchturm ein Storchennest installiert. Diese Maßnahme sollte nicht nur einen sicheren Nistplatz für Störche bieten, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Vogelpopulation in der Region leisten.

Bereits 2021 konnte ein erfreuliches Ereignis beobachtet werden: Zum ersten Mal zogen Jungstörche in das Nest und blickten neugierig auf das malerische Dorf Mühlhausen und das umliegende Umlachtal. Der erfolgreiche Bau des Nests, das 2018 auf dem Kirchturm seinen Platz fand, war ein Meilenstein, der die Rückkehr dieser beeindruckenden Vögel in die Region symbolisierte.

Doch der Höhepunkt der Storchen-Ära in Mühlhausen kam im Juni 2025, als zum ersten Mal in der Geschichte des Dorfes Jungstörche mit Ringen versehen wurden. Diese Maßnahme ist ein bedeutender Schritt in der wissenschaftlichen Beobachtung der Storchengesellschaft und dient dazu, die Wanderbewegungen sowie das Verhalten der Tiere zu erforschen. Der Beringungsvorgang fand unter besonderen Umständen statt, da die Störche hoch oben auf dem Kirchturm nisten.

Dank der Unterstützung der Feuerwehr Biberach konnte dieser Schritt unter erschwerten Bedingungen sicher durchgeführt werden. Mithilfe der Drehleiter der Feuerwehr erreichte man das Nest und konnte die Jungstörche sicher fangen und mit den nötigen Ringen versehen. Beringer Herr Holl vom NABU Riss-Umlach sorgte dafür, dass die Vögel ordnungsgemäß markiert wurden.

Die Jungstörche wogen zwischen 2900 und 3200 Gramm und waren gesund und kräftig – ein ermutigendes Zeichen für die Vitalität der Storchpopulation und die Erfolgsgeschichte dieses Projekts. Trotz der kurzen Unterbrechung durch die Beringung kümmerte sich das Storchenpaar weiterhin liebevoll um ihre Jungen und versorgte sie regelmäßig mit Nahrung.

Der Erfolg dieses Projekts belegt einmal mehr, wie wichtig der Erhalt von natürlichen Lebensräumen und Nistplätzen für Störche und andere bedrohte Arten ist. Die Maßnahmen, wie die Sanierung der Kirche und das Anbringen des Nistplatzes, zahlen sich aus und stärken nicht nur die lokale Tierwelt, sondern auch das Bewusstsein und die Verbundenheit der Bevölkerung mit ihrer Natur.

Ein besonderer Dank gilt der Feuerwehr Biberach und dem NABU Riss-Umlach für ihren tatkräftigen Einsatz. Die Kirchengemeinde Mühlhausen ist stolz darauf, einen so wichtigen Beitrag zum Schutz der Störche leisten zu können und blickt optimistisch auf die Zukunft der Vogelpopulation.

Dauerregen und Kälte

Viel Regen kann nicht nur für uns Menschen zum Problem werden, auch für Tiere und deren Nachwuchs. Besonders den Störchen setzen die Wassermassen zu.

Dass die Jungstörche das überwiegend feuchte Wetter nicht gut vertragen, liegt daran, dass sie noch nicht groß genug sind, um mit der anhaltenden Nässe zurechtzukommen. Die wenige Wochen alten Störche haben noch keine Federn, an denen das Wasser abperlen könnte. Ihr Daunenkleid saugt sich mit Regenwasser regelrecht voll und durchnässt die Tiere bis auf die Haut. Die Folge des Dauerregens: Die Storchenjungen trocknen nicht mehr richtig und sterben an Unterkühlung. Sind die Jungen älter als vier Wochen, sind sie so groß, dass die Eltern sie auch nicht mehr mit ihren Flügeln vor dem Regen schützen können.

Die aktuelle Wetterlage stellt somit eine erhebliche Gefahr für den Fortbestand der Storchenpopulation dar.

2024 das erfolgreiche Storchenprojekt auf dem Kirchturm von St. Ottilia in Mühlhausen

In Mühlhausen gibt es drei neue Bewohner auf dem Kirchturmdach.

Ende Mai 2018 begannen wir mit der Außensanierung unserer Kirche St. Ottilia in Mühlhausen. Als eines Abends die Bauarbeiten ruhten, bemerkten Bürger, dass sich auf unserem Kirchturm regelmäßig mehrere Störche niederließen. Auch Kotstreifen auf dem Kirchturmdach deuteten darauf hin, dass die Störche das Dach als Aufenthaltsort gewählt hatten.

Es kam der Vorschlag auf, eine Nist-Hilfe auf dem Kirchturmdach zu installieren. Der Kirchengemeinderat begrüßte die Idee sofort, doch der Ortschaftsrat äußerte Bedenken hinsichtlich einer möglichen Verschmutzung der Umgebung. Dennoch setzten sich die positiven Stimmen durch, da Störche als Glücksbringer gelten und den Nachwuchs fördern sollen.

Leider nahmen die Störche den angebotenen Nistplatz zunächst nicht an. Im August 2020 starteten wir deshalb die Aktion „Neues Nest“. Ein geflochtenes Nest wurde auf den Kirchturm gehoben und an der Nisthilfe montiert. Seit 2021 brüten Störche jährlich auf unserem Kirchturm. Auch in diesem Jahr wurden drei Jungstörche ausgebrütet.

Die anfänglichen Sorgen des Ortschaftsrates haben sich nicht bestätigt. Stattdessen sind sowohl die Storchenpopulation als auch die Geburtenrate in der Gemeinde seitdem stetig gestiegen. Unser Projekt hat sich somit als voller Erfolg erwiesen und bereichert das Ortsbild von Mühlhausen nachhaltig.

Schon wieder Storchennachwuchs

Am 26.05.2023 konnte wieder mal Storchennachwuchs auf unserem Kirchturm festgestellt werden. Mit Freude ist festzustellen, dass es sich in Mühlhausen wohl doch zu Leben lohnt und der Nachwuchs hier gut aufgehoben ist.

Auf dem Kirchturmdach in Mühlhausen klappern jetzt drei Jungstörche

Der Kirchturm in Mühlhausen ist zum Zweiten Mal die Kinderstube für ein Jungstorchenpaar geworden.

Im Jahr 2018 wurde im Rahmen der äußeren Kirchensanierung, der Kirche St. Ottilia in Mühlhausen eine Storchennisthilfe auf dem Kirchturm errichtet. Die Hoffnung war groß, dass dieses baldmöglichst von einem Storchenpaar angenommen und der Storchennachwuchs sich daraufhin auch einfinden wird.

Erst nach einem fachmännischen Rat durch Gerhard Föhr vom NABU Biberach, welcher uns empfahl ein vorgefertigtes Nest zu montieren, stellte sich der Erfolg ein.

Im Jahr 2021 brütete das erste Paar. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Zwei Jungstörche schlüpften im Mai 2021 und wurden gesund großgezogen.

Die Aussicht vom Kirchturm in das schöne Umlachtal hat den Störchen vermutlich so gut gefallen, dass sie im darauffolgenden Jahr erneut brüteten. Entweder lag es an der guten Luft oder an dem guten Klima in Mühlhausen, was zur Folge hatte, dass diesmal im Mai 2022 drei Jungvögel geschlüpft waren. Jetzt wird in Mühlhausen wieder die Aufzucht der Störche von vielen interessierten Bürgern mit Begeisterung beobachtet.

Das Klappern der Störche ist jetzt in Mühlhausen vermehrt zu hören. Geklappert wird zur Begrüßung des Partners am Nest und zur Verteidigung gegen Nestkonkurrenten. Auch der Mensch klappert hin und wieder wodurch man dem Storch doch auch menschliche Eigenschaften zusprechen kann. Der Storch mit seinem Klappern ist eben ein Symbol, das Menschen verbindet.

Früher klapperten in Mühlhausen mehrere Mühlen. Nachdem diese nicht mehr vorhanden sind, klappern jetzt mehrere Störche. 

Wir haben Nachwuchs bekommen! Zwei Jungstörche wurden in Mühlhausen geboren

Zwei Jungstörche kamen im Mai 2021 in Mühlhausen auf die Welt. Auch sie können einmal behaupten: Wer Mühlhausen nicht kennt, weiß nichts von der Welt!

Der Klapperstorch ist da!

Der Kirchturm in Mühlhausen ist das zuhause eines Jungstorchenpaares geworde. Seit 2018 wartet Mühlhausen darauf das der Horst von einem Storchenpaar angenommen wird. Der Storch verständigt sich durch Klappern mit dem Schnabel. Aus diesem Grund wird er auch Klapperstorch genannt. Geklappert wird zur Begrüßung des Partners am Nest und zur Verteidigung gegen Nestkonkurrenten. Selbst beim Nestbau wird gelegentlich geklappert. Der Storch hat doch auch menschliche Eigenschaften. Er ist eben ein Symbol, das Menschen verbindet.

Das Nest wird vorbereitet

Im Jahr 2018 wurde im Rahmen der äußeren Kirchensanierung eine Storchennisthilfe auf unseren Kirchturm errichtet. Die Hoffnung war groß, dass dieses baldmöglichst von einem Storchenpaar angenommen und der Storchennachwuchs sich daraufhin auch einfinden wird.

Über Zuzügler würde sich ja Heutzutage jede Kommune freuen. Und über Störche erst recht, denn sie sollen ja Glück bringen und den Nachwuchs in der Gemeinde fördern. Besucht wurde unser Storchennisthilfe in regelmäßigen Abständen von jungen Storchenpaaren. Diese besichtigten die "Wohnung" ausgiebig und unsere Hoffnung war groß, dass wir diese baldmöglichst belegen können. Leider waren die Störche aus irgendeinem Grund nicht zufrieden mit dem angebotenen Nistplatz. Daher holten wir uns fachmännischen Rat von Herrn Gerhard Föhr vom NABU Biberach. Herr Föhr gab uns den Rat, es den Störchen etwas einfacher zu machen. Da die Störche es immer schwerer haben, geeignetes Baumaterial zu finden. Daher sollten wir ein Nest vorbauen und es auf dem Kirchturm, auf der dortigen Nisthilfe, montieren. 

Durch eine engagierte ortsansässige Weidenflechterin wurde ein Nest aus verschiedenen Ästen, Weiden und Zweigen gebaut. Der Anfang war getan. Die Störche werden es jetzt hoffentlich leichter haben. Aber wie soll das Nest auf den Kirchturm gelangen. Auch das erwies sich Problemlos. Die Firma Dangel Bau GmbH aus Bad Wurzach war sofort bereit, uns das Nest mittels eines Teleskopladers auf das Kirchturmdach zu hieven.  

Am Montag, den 24.08.2020 um 18:00 Uhr startete die Aktion. Mittels eines Teleskopladers, welcher einen 42 m Ausleger hatte, wurde das Nest auf den Kirchturm gehoben und an der Nisthilfe montiert. Innerhalb einer halben Stunde war alles erledigt. Ein für heutige Zeiten doch schneller Wohnungsbau. Jetzt hoffen wir, dass nächste Jahr die neue Wohnung von einem Storchenpaar bezogen wird und der Nachwuchs nicht mehr lange auf sich warten lässt.

Eine gemütliche Wohnung mit Top-Aussicht, Kinder erwünscht.

So oder ähnlich könnte die Anzeige einer zu vermietenden Wohnung aussehen. Über Zuzügler freut sich heutzutage fast jede Kommune. Ein junges Storchenpärchen würde jetzt gern in Mühlhausen auf dem Kirchturm sesshaft werden. Vielleicht sogar eine Familie gründen.

Offenbar war der fotografierte Storch im Jahr 2019 auf der Suche nach einem geeigneten Nistplatz, als er nach dem sonntäglichen Gottesdienst gesichtet wurde.

Leider hat er sich nicht für die angebotene Wohnung entschieden. Schade.

Unsere Hoffnung bleibt, das die Wohnung doch bald vermietet werden kann.

Viele Geschichten und Erzählungen sind über den Storch weltweit bekannt.

In Europa ist er aber erst nach massiven Waldrodungen, welche zwischen 1000 und 1300 nach Christus erfolgten, sesshaft geworden.

Die Erzählung vom kinderbringenden Storch:

Es steht nirgends in einem Märchen oder in alten, überlieferten Schriften, dass der Storch die Kinder bringt. Dennoch wird von Generation zu Generation immer diese Geschichte erzählt.

Erinnern Sie sich noch an Kindersprüche wie "Storch, Storch guter, bring mir einen Bruder." oder "Storch, Storch bester, bring mir eine Schwester."?

Wenn eine Frau ein Baby bekam und deshalb im Bett lag, erzählten die Erwachsenen den Kindern, sie wurde vom Storch ins Bein gebissen.

Störche als Glücksbringer:

Störche bringen Glück. Der im Norden Deutschlandes verbreitete Name Adebar bedeutet Glücksbringer. Häuser, auf denen ein Storchenpaar eingezogen sind, sollen vor Blitzschlag geschützt sein. Auch wird die Treue unter den Tieren bei den Menschen hoch gelobt. Wie bei den Menschen ist dies aber leider nicht immer so.

Der Storch ist zwar seinem Brutplatz treu, aber nicht immer seinem Partner. Seit jeher verbinden die Menschen auch Traditionsbewusstsein, Sauberkeit, Fruchtbarkeit, Freude, Liebenswürdigkeit und viele andere positive Eigenschaften mit dem Storch. In vielen Gedichten und einigen Kinderliedern hat sich der Storch für immer verewigt.

Der Storch in anderen Kulturen:

Im alten China gilt der Storch als Sinnbild für die Langlebigkeit. Dies geht vermutlich auf die lange Treue für den gewählten Brutplatzt zurück. Ganz richtig ist diese Geschichte leider auch nicht, da die zahlreich beringten Störche selten älter als 20 Jahre alt geworden sind.

In der arabischen Welt herrscht der Glaube, dass ein Storch die Seele eines verstorbenen Menschen verkörpert, der es in seinem Leben nicht geschafft hatte, nach Mekka zu pilgern. Diese Seelen nehmen die Reise nun als Storch auf sich. Daher ist bei den Muslimen der Respekt vor den Störchen groß. Es würde kein Muslim einen Storch töten.

Geschichte hin, Geschichte her, wir und viele Bürger würden uns freuen, wenn das Interesse von Herrn und Frau Adebar an der angebotene „Wohnung“ geweckt worden ist.

Ist dann noch ein Funke Wahrheit an den vielen Storch-Geschichten, dürfen wir uns in Mühlhausen noch auf so manches Ereignis in naher Zukunft freuen.

Die Geschichte einer Nist-Hilfe für Störche kann sehr aufregen und spannend sein

Der Anfang:

Ende Mai 2018 haben wir mit der Außensanierung unserer Kirche St. Ottilia in Mühlhausen begonnen.

Das Gerüst war schnell gestellt und die Arbeiten begannen.

Um Mühlhausen herum gibt es einige Riedwiesen (Wurzacher Ried, Haisterkircher Ried). Dies hat seit ein paar Jahren die Population der Störche auf den umliegenden Wiesen stark ansteigen lassen.

Als an einem Abend die Bauarbeiten eingestellt wurden, stellten Mühlhauser Bürger fest, dass sich auf unseren Kirchturm immer wieder mehrere Störche niederließen. Auch Kotstreifen konnten auf dem Kirchturmdach festgestellt werden, die daraufhin deuteten, dass Storche das Dach angenommen haben.

Es kam von den Bürgern der Vorschlag, dass wir doch eine Nist-Hilfe auf dem Kirchturmdach installieren sollen. Von Seiten des Kirchengemeinderates wurde der Vorschlag sofort positiv entschieden.

Die Finanzierung:

Mit dem Landratsamt Biberach wurde Kontakt aufgenommen. Der zuständige Beamte vom Landratsamt des Naturschutzamtes war sehr zuvorkommend und hilfsbereit. Er erklärte, dass es über das Naturschutzamt 70% Zuschuss geben kann.

Hierfür sei eine positive Bewertung, über das Projekt Storchen-Niest-Hilfe, des Storchenbeauftragten aber Grundvoraussetzung. Nur wenn dieser den Standort der Nist-Hilfe als Sinnvoll erachtet, kann der Zuschuss bewilligt werden.

Die zweite Möglichkeit ist, wenn das Projekt über Ökopunkte abgerechnet wird. Hierzu ist ebenfalls die Storchenbeauftrage mit einer positiven Bewertung nötig. Der Unterschied ist aber, dass das Projekt Komplet finanziert wird.

Das Problem:

Die Gemeinde war grundsätzlich dafür und dem Projekt positiv gegenüber eingestellt.

Aber der Ortschaftsrat war dagegen. Er hatte Bedenken hinsichtlich Verschmutzung der Landschaft.

Jetzt hatten wir ein Problem. Uns lief die Zeit davon, da das Gerüst jeden Monat eine Unsumme an Geld verschlang.

Auf einer Diskussion, hinsichtlich Sinns oder Unsinn einer Storchen-Nist-Hilfe, wollten wir uns nicht einlassen und war auch vom Ortschaftsrat nicht gewünscht. Die Übernahme der Finanzierung und somit den Erhalt der Ökopunkte wurde vom Ortschaftrat abgelehnt.

Jetzt musste ein neuer Geldgeber gesucht werden. Dies ist aber überhaupt kein Problem, da die Ökopunkte an einer Börse gehandelt werden oder auch privat vergeben werden können.

Ein Geldgeber war daher auch sofort gefunden. Dieser übernimmt nun die Gesamtkosten von ca. 4000 Euro und erhält dafür Ökopunkte ohne Folgekosten.

Fazit:

Geldgeber zu finden ist kein Problem.

Jetzt ist die Nist-Hilfe montiert und wir warten auf den Einzug eines Storchenpaares.

Was danach kommt, sehen wir, wenn es soweit ist.