Eine Reise vom Ursprung des Hopfens bis hin zum "Besen"

           Von der Produktion bis zur Verkostung

                        -oder-

          Eine Reise vom Ursprung des Hopfens

                  bis hin zum „Besen“

Am Mittwoch, dem 13.09.2023 war es wieder mal soweit. Die Kirchengemeinde St. Ottilia Mühlhausen brach zu ihrem jährlichen Ausflug auf. Das diesjährige Thema: „Zum Ursprung des Hopfens“ oder auch „Von der Produktion bis zur Verkostung“.

Das Wetter: Genau richtig, nicht zu heiß und nicht zu kalt. Vor allem aber von oben her trocken.

Die Reisende: Eine Ortschaft übergreifende, fröhliche, unterhaltsame und wissbegierige Gruppe von den Ortschaften Mühlhausen, Hummertsried, Osterhofen, Oberessendorf, Eberhardzell und den umliegenden Weilern.

Mit einer frischen Butterbrezel in der Hand und guter Laune im Gepäck ging die Fahrt mit dem Bus, pünktlich um 08:30 Uhr, los. Eine solche Stärkung und den ersten tollen Gesprächen ließen die Fahrt nach Weißenau wie im Fluge vergehen. 

Warum beginnt unsere Reise in Weißenau? Diese Frage hat sich der eine oder andere schon gestellt. Die Klosterkirche St. Peter und Paul wurde von Bischof Gebhard Fürst in diesem Jahr zum Münster erhoben. Das alleine wäre schon fast eine Reise wert. Wir befinden uns aber auf einer Hopfen-Reise. Der Glaube von vielen Landwirten und Bürgern in der heutigen und der vergangenen Zeit beruht darauf, dass Gott über den landwirtschaftlichen Erfolg, die gute oder schlechte Ernte eines Jahres bestimmt, dass wir Frieden haben, ein Zuhause und genug zu essen. Daher müssen wir dem lieben Gott täglich dafür danke sagen. Deshalb sagen auch wir zu Beginn der Reise, in dem barocken Münster St. Peter und Paul zur Weißenau, erst einmal Danke.

Das Münster St. Peter und Paul zur Weißenau gehört zu den eindrucksvollsten Sakralbauten der Oberschwäbischen Barockstraße, die von der Schwäbischen Alb bis zum Bodensee führt. 1283 erhielt das Kloster Weißenau eine Heilig-Blut-Reliquie von König Rudolf von Habsburg (1218-1291). Die Reliquie machte Weißenau fortan zu einem wichtigen Wallfahrtsort. In einem Glasröhrchen enthält sie mit Blut vermengte Erde. Die lateinische Umschrift erinnert daran, dass Maria Magdalena das Blut unter dem Kreuz Jesu Christi gesammelt habe.

Nach einem beeindruckenden geschichtlichen Vortrag über das Münster ging die Fahrt weiter in das Hopfengut No20 nach Tettnang.

Das Hopfengut No20 liegt inmitten von Hopfengärten. Es spielt eine wichtige Rolle in der Erhaltung der regionalen Brau- und Hopfentraditionen von Tettnang. Es ist nicht nur ein Ort des Genusses, sondern auch ein kultureller Treffpunkt für Menschen, die Interesse an der Brauerei und der regionalen Geschichte haben. Hier kann man vor Ort erleben, wie früher und auch noch heute, Hopfen während der Erntezeit verarbeitet wird. Besonders spannend war die kurzweilige und humorvolle Führung mit der Seniorchefin. Von ihr bekamen wir einen Einblick in die Faszination des Hopfenanbaus und in die wilde Handerntezeit in den 50er Jahren.

Das anschließende Mittagessen im Hopfengut No20 erbrachte uns die erhoffte körperliche Stärkung sowie die interessante Erkenntnis, dass zwei Mühlhauserinnen ebenfalls als Erntehelferinnen im Hopfengebiet Tettnang tätig waren. Das interessanteste war aber, dass damals eine davon auch als „Hopfensau“ gekürt worden war.

Mit so vielen neuen Erkenntnissen und einem guten Gefühl im Bauch ging es weiter nach Tettnang zur Stadtführung.

Tettnang hat im Laufe der Geschichte eine interessante Entwicklung vom Dorf zur Residenzstadt durchgemacht.  Tettnang hat seine Ursprünge als kleines Dorf, dessen Geschichte bis ins Mittelalter zurückreicht. Ursprünglich war Tettnang von der Landwirtschaft geprägt. Ein wichtiger Wendepunkt in der Geschichte von Tettnang war die Herrschaft der Grafen von Montfort im 13. Jahrhundert. Unter ihrer Schutzherrschaft entwickelte sich Tettnang zu einer bedeutenden Stadt. Es wurden repräsentative Gebäude errichtet, darunter das Neue Schloss, das bis heute ein markantes Wahrzeichen der Stadt ist. Insgesamt hat Tettnang eine beeindruckende Entwicklung vom einfachen Dorf zur Residenzstadt erlebt und bewahrt bis heute mit Stolz viele Elemente seiner reichen Geschichte und Kultur.

So kurz nach unserem Mittagessen kam die einstündige Stadtführung dem einen oder anderen doch recht gelegen. Was andere wiederum nicht davon abhielt, das eine oder andere Eis in Tettnang zu testen.

Nach dieser abwechslungsreichen Stadtführung ging es zur letzten Station, der Verkostung, in Bieggers Hopfenstube.

"Regional ist Optimal“ - ganz nach diesem Motto finden wir hier typisch schwäbische Gericht nach Omas Rezept in einem rustikal edlen Ambiente! Was dabei nicht fehlen darf sind die oberschwäbischen regionalen Getränke, wie Bier und Most. Im angrenzenden Hofladen konnte man Produkte aus eigenem Anbau und aus der Region erwerben. Darunter ganz besonders edle Tropfen aus der eigenen Edelbrandbrennerei! Das eine oder andere Fläschchen wechselte den Besitzer und wurde als Mitbringsel oder auch für den Eigenbedarf mit nach Hause genommen.

Mit einer solchen wertvollen Fracht an Bord ging es vom Bieggers Hopfenstube aus wieder nach Mühlhausen zurück. Ein schöner und interessanter Ausflug ging froh gelaunt und von oben her trocken, zu Ende.